• Home
  • /News
  • /Anna Wroblewski – Ein Pokermärchen
Anna Wroblewski – Ein Pokermärchen

Anna Wroblewski – Ein Pokermärchen

Wer von uns hat nicht schon einmal davon geträumt? Nach Las Vegas gehen und erfolgreich Poker spielen. Doch den wenigsten von uns ist dies jemals geschehen. Aber träumen darf man ja davon. Denn es gibt diese Pokermärchen auch in der Realität. Wie die Geschichte von Anna Wroblewski.

Sie stammt aus Vietnam. Sie wurde mit nur 8 Jahren von einer Amerikanerin adoptiert. Sie selbst wuchs als Waisenkind auf und kennt ihr Geburtsdatum nicht. Nur das sie so gegen 22 Jahre alt sein müsste.

Sie lebte mit ihrer Schwester bei Bekannten und Verwandten, bis sie schließlich den Rest ihrer Kindheit in einem Waisenhaus in Hanoi verbrachte. Zum ersten Mal in ihrem Leben spielt sie Kartenspiele gegen die anderen Kindern im Heim. Sie spielte auch schon mit Einsätzen: Fruchtstücke.

Im Jahr 1994 wurde sie von Marilyn Wroblewski zusammen mit ihrer Schwester adoptiert. Sie zogen nach Chicago in den USA. Lange Zeit später, als sie 18 Jahre alt war, ging sie zum ersten Mal zu einer privaten Pokerrunde mit. Sie verlor anfangs, da sie das Spiel nicht kannte, gewann aber Monate später ihr erstes kleines Geld.

Nach nur einem Jahr, in dem sie ihre Fähigkeiten im Online Poker verbesserte, zog sie nach Las Vegas, um an Live-Games teilzunehmen. Ein gefälschter Ausweis verschaffte ihr Zutritt. Doch ihr junges Aussehen erschwerte ihr das Vorhaben Las Vegas ungemein. Was sie nie zum Aufgeben brachte.

Dann kam, was kommen musste. Spieler wie Daniel Negreanu haben es auch schon hinter sich! Die ersten größeren Gewinne verführten Anna in höheren Limits zu spielen. Ohne Ahnung, wie man seine Bankroll behandelt, gewann Sie in eigentlich zu hohen Limits und verlor noch mehr. Mit Schulden musste Sie nach kurzer Zeit wieder nach Chicago zurückkehren.

Im Februar 2007 startete Anna ihren nächsten Versuch. Mit $1.200 reiste Sie wieder nach Las Vegas, um ihr Glück zu versuchen. Sie startete in den unteren Limits ($1/$2) und erspielte sich genug, um ein Limit aufzusteigen. Nach mehreren Sessions No Limit Holdem in den kleineren Levels spielte Sie schließlich $15/$30 Limit Holdem und später sogar $30/$60 Limit Holdem. Ihre Bankroll wuchs auf ca. $9.000.

Mit diesem Geld konnte Sie endlich ihre Kredite zurückzahlen, um schuldenfrei zu sein. In dieser Freiheit entschied Sie sich in Las Vegas zu bleiben und einen gewöhnlichen Job anzunehmen, in dem sie $10 die Stunde verdiente. Ihr Arbeitgeber zählte auch zu den Poker-Begeisterten und bot ihr einen $400 Stake an, um weiter Poker zu spielen.

Noch am selben Abend sah man sie im Bellagio wieder an den $15/$30 Limit Holdem Tischen. Mit einem Gewinn von $600 kaufte sie sich einen Single-Table Satelliten für das 2000$ NLHE Event bei den 2007 Five-Star World Poker Classic und gewann einen Sitz. Am darauffolgenden Tag gewann sie mit dem Erreichen des 17. Platzes $7.200.

Natürlich gab sie ihrem Chef das Geld und seinen Anteil zurück. Mit dem restlichen Geld ging sie zurück ins Bellagio und gewann einen Satelliten für das $3.000 Event am nächsten Tag, was sie schliesslich gewann. Man weiss nicht genau wieviel sie an diesem Tag gewann, da das Preisgeld gechopt wurde. Offiziell bekam der erste $337.395. Es dürfte ein bisschen weniger gewesen sein. Zusätzlich erspielte sie sich damit einen Sitz bei den WPT World Championships im Wert von $25.000.

Die Pokerwelt in Vegas stand natürlich Kopf. Fragen wurden laut, wer Anna war. Woher sie kam und warum sie so gut Poker spielen konnte. Manchmal hat man eben einen Lauf…

Und manchmal endet er auch nicht! Mit dem 70. Platz bei den WPT Championships 2007 konnte sie wieder einmal $46.410 zu ihrer Bankroll addieren. Eine Woche später $18.000 (Gewinner Ladies Event bei der WSOP im Ceasar´s Palace). Einen Monat später $71.540 (2. Platz bei den Mandalay Bay Poker Championships). Einen Tag später $28.000 (Final Table im Bellagio).

Den größten Coup bis dahin landete sie mit ihrem 4. Platz beim $2.000 WSOP No Limit Holdem Event. Sie durfte nochmal $193.876 ihrer Bankroll hinzufügen. Damit hatte sie es geschafft in nur 11 Wochen ca. $700.000 zu erspielen.

Siether ist sie auf den größten Events der Poker-Szene zu finden, wie den Aussie Millions (2x Final Table), der WSOP (3x im Preisgeld), mehrmals bei der WPT (regelmäßig im Preisgeld), sowie mehrmals im Bellagio.

Auch im Online Poker ist sie erfolgreich gewesen. Als „vietcutie“ und „VIETHOTTIE21“ ist sie bei PokerStars und bei Full TIlt Poker eigentlich jeden Sonntag zu beobachten, wo sie die großen Events gleichzeitig spielt (PokerStars Sunday Million und Full Tilt 750K guaranteed). Ihre Online-Gewinne betragen derzeit mehrere hundertausend Dollar.

So schnell wird diese reizende Persönlichkeit die Pokerwelt wohl nicht verlassen, was eigentlich jeden freuen sollte. Denn sie ist der Inbegriff des Traums, von Poker leben zu können. Und wer von uns lebte noch nicht in diesem Märchen?