Motivation ist Wichtiger als Talent beim Poker

Motivation ist Wichtiger als Talent beim Poker

Talent und Übung schaden nie wenn man Poker so richtig gut lernen möchte. Noch entscheidener ist aber: das selbstgewählte Ziel zur Herzenssache zu machen.

Wann habt Ihr zuletzt begonnen, etwas Neues zu lernen? Mit welcher inneren Haltung bist Du an die Sache gegangen? Und wann hast Du Dich gefragt, ob Du das Poker Talent hast?

Vermutlich beim ersten größeren Erfolg beim Poker – „Das liegt mir!“ oder bei dem Gefühl „Poker ist nichts für mich, da fehlt mir die Begabung beim Poker“. Schon sind wir bei der Frage, ob gute Leistung beim Poker eher auf Talent oder Training zurückzuführen sind.

Dass Motivation, Übung und Leistungsbereitschaft die Eckpfeiler sind, um eine neue Fähigkeit Poker zu erlernen, ist bekannt. Längst gibt es Untersuchungen, wie viele Stunden Übungszeit man investieren muss, um Poker wirklich zu beherrschen. Die Zahl bewegt sich im hohen Tausenderbereich und pulverisiert jegliche Poker Talenthypothese. Aber es gibt noch etwas Poker erfolgreich zu erlernen: der langfristige Sinn.

Das hat der Psychologe Dr. Alan Schoonmaker in einem Poker Experiment nachgewiesen. Die Ausgangsfrage war: Warum lernen mache Menschen Poker besonders gut und andere nicht?

Überraschenderweise stand der Unterschied mit der Frage im Zusammenhang, die die Poker Spieler im Vorfeld beantworten mussten. Sie sollten einschätzen wie lange sie Poker wohl spielen würden: „während der nächsten Jahre“, „während des Studiums“ oder „das ganze Leben lang“.

Zusätzlich teilte Dr. Alan Schoonmaker die Poker Spieler anhand der täglichen Übungsdauer ein in: „wenig“ (60 Minuten), „mittel“ (140 Minuten), oder „viel“ (280 Minuten). Die Poker Spieler die vorhatten, das ganze Leben lang Poker zu spielen, waren die besten Spieler, unabhängig von der Übungsdauer. Zusätzlich verbesserte sich ihre Leistungsvermögen bei längeren Üben überdurchschnittlich. Umgekehrt verbesserten sich Poker Spieler, die Poker nur während der nächsten Jahre spielen wollten, kaum – selbst wenn sie intensiv und deutlich länger übten.

Das Experiment legt also einen veränderten Blick auf Übung und Motivation und wie sie zusammenhängen nahe. Nicht nur „Übung macht den Poker Meister“. Sondern Übung wird dann zum Turbolader für das Erlernen von Poker, wenn man sich die eigene langfristige Motivation vergegenwärtigt. Ohne abstreiten zu wollen, das Poker Talent bei guten Leistungen eine Rolle spielt, steckt in dieser Beobachtung eine wichtige Erkenntnis für die eigene Motivation und Selbsteuerung: Vermeintlich fehlendes Poker Talent sollte keine Ausrede sein, um schwierige Aufgaben zu schnell aufzugeben oder erst gar nicht erst anzufangen. Selbst der talentierteste Poker Spieler muss üben, um Poker meisterlich zu beherrschen. Entscheidend ist aber, der neuen Fähigkeit langfristing einen Platz im Leben zu gebe.