Nuts beim Poker – Poker Grundlage

Nuts beim Poker – Poker Grundlage

Mit den Nuts lässt sich immer leicht spielen beim Poker. Man weiß, man  ist zum jeweiligen Zeitpunkt vorn und hält die bestmögliche Hand, die Gewinnerhand. Aber wenn man schon mit AA als Starthand vom Dealer versorgt worden ist, will man natürlich gern auch jemanden aus der Runde dabeihaben, der einen ausbezahlt. Und schon geht die Grübelei los, wie man möglichst viele Chips in den Pot kriegt.

Wer genug Phantasie hat und dieses Szenario mit dem Final-Table vom Haupt-Event der WSOP mischt und kräftig schüttelt, und sich auch noch vorstellen kann, dass der einzige Gegenspieler, der willens ist, gegen die eigenen Asse anzurennen, sagen wir mal mit einem kräftigen Reraise (auf das es nur eine Antwort geben kann) antwortet und diesem Gegner das Gesicht von Sam Farha, Phil Hellmuth oder einem anderen professionellen Pokerspieler gibt, für den sind alle Wünsche wahr geworden.

Und während man dann dem gegnerische Reraise mit einem klaren All-In begegnet, wird man wahrscheinlich anfangen zu beten, dass die Asse halten mögen. Nur dieses eine Mal und man verspricht auch ein besserer Mensch zu werden, das Kartenspiel vielleicht sogar aufzugeben – na ja, im Großen und Ganzen, zumindest für ne Woche oder zwei. Und mit all diesen guten Vorsätzen sieht man händeringend, wie der Flop aufgedeckt wird und dann der Turn. Ja, das wäre schon was.

Aber so leicht ist es nicht. Die meisten halten die Nuts nicht in Las Vegas sondern beim Online-Poker oder im Casino um die Ecke, und das oben angeführte Szenario ist noch weit entfernt. Finaltisch und Heads-Up um ein WSOP-Bracelet bleibt nur ein Traum. Ebenso wie ein Titel bei der World Poker Tour oder dem europäischen Pendant, der EPT.

Bis dahin braucht es noch einige Satellites und dann auch noch einige Male mehr die Nuts, viele Hände sind noch zu spielen und jede Menge Showdowns ohne heftigere Blessuren zu überstehen.

Es gibt aber auch das genaue Gegenteil dieses Traums. Man sitzt an einem Online-Poker Tisch und es läuft nicht. Man träumt von Assen als Starthand, aber kriegt nur 74 oder J5 und während man alle unspielbaren Hände foldet, passiert es immer mal wieder, dass die eine oder andere Hand auf dem Flop zu einem sehr starken Hand wird. Auf dem Flop liegen 939. Die Nuts! Man hätte sie! Man wäre mitten dabei. Aber man hat 93 preflop gefoldet.

In diesen Augenblicken sind alle Träume an die WSOP oder die EPT, die Träume von  Bracelets und Preisgelder und vor allem das Konterfei von Phil Hellmuth absolut gleichgültig. Dann steigt langsam der Dampf in einem auf und man tut gut daran, aufzustehen, vom Tisch zu gehen, das Spielfenster zu schließen und eine Pause einzulegen. Man kann ja dann später noch mal zurück kommen und noch ne Runde spielen. Oder zwei. Und wieder damit anfangen von einem EPT-Gewinn zu träumen.