Tischwechsel im Pokerturnier

Tischwechsel im Pokerturnier

Je größer das Pokerturnier an dem teilnimmt – online oder live – desto öfter wird man vom Turnierleiter oder der Software, die vom Online-Pokerroom eingesetzt wird, im Verlauf der Veranstaltung an einen anderen Tisch gesetzt – vorausgesetzt, man hat genug Glück oder besitzt so viel Erfahrung, Wissen und Können, das man es bis zur Endrunde schafft.

Abgesehen von den Verfahren und der Durchführung eines Turniers, die aufgrund ausscheidenden Teilnehmer ständig nach Neubesetzung der Tische verlangen, erscheint dieser Tatbestand völlig unspektakulär.

Große Pokerturniere mit hohen Teilnehmerzahlen zeichnen sich eben dadurch aus, dass die Kurve der ausscheidenden Spieler gerade am Anfang hoch ist, mit zunehmender Turnierdauer dann immer flacher wird. Verringert sich die Teilnehmerzahl, verringert sich auch die Zahl der nötigen Pokertische und man wird als Spieler immer mal wieder umgesetzt. Für die Häufigkeit gibt es nach oben keine Grenze. Jeder, der schon mehr als ein Turnier gespielt hat, kann berichten, dass es mal mehr, mal weniger häufig. Es gibt keine Möglichkeit, das Umsetzen zu verhindern, zu verzögern oder zu forcieren.

Jeder Spieler, der sein Spiel auf der Kenntnis seiner Gegner aufbaut, wird es als entsprechend störend empfinden, wenn er in regelmäßigen Zeitabständen seinen Tisch aufgeben und sich an einem neuen Tisch mit 8 oder 9 bis dahin unbekannten Spielern erneut zurecht finden muss. Dann heißt es wieder von vorne anfangen. Erst einmal zurückhaltend spielen, die Mitspieler beobachten, vorsichtig agieren und dann langsam wieder ins Spiel hineinfinden. Und wenn es an diesem Tag einigermaßen gut läuft, hat man womöglich auch das Glück und es dauert eine geraume Weile, bevor man dann auch diesen Tisch wieder verlassen muss und an einen anderen Tisch gesetzt wird.

Ganz sicher ist es ein besonderer Augenblick, wenn man zum ersten Mal am Main-Event der WSOP teilnimmt und dann geschieht es vielleicht, dass man nach mehreren Tischwechseln am TV-Tisch platziert wird, wo man dann beim Eintreffen von Pokerpros begrüßt wird. Rechts sitzt vielleicht Antonio Esfandiari und zur Linken entspannt sich Gus Hanson. Ganz gewiss wird man an diesem Tag viel über Poker und das Leben eins Pros lernen, aber wer traut sich wirklich zu, da lange zu überleben? Auf der anderen Seite ist es wahrscheinlich genau das, was jeder will: sich mit den Besten messen.

Wer zu seiner ersten WSOP nach Las Vegas reist wird diese und ähnliche Gedanken haben und sich wünschen, das der Turnierleiter die Tische so neu besetzt, dass es dass eigene Spiel möglichst nicht stört. Letzten Endes ist es ja egal, wie oft man umgesetzt wird, sofern man dann im November mit 8 weiteren Spielern am Final-Table landet. Ein Tischwechsel, gegen den wohl niemand etwas einzuwenden hat.