Buchbesprechung: Hand für Hand von Gus Hansen

Bei so mancher Übertragung im TV, bei der auch Gus Hansen mit am Pokertisch sitzt, kommt es immer wieder zu dieser speziellen Situation, in der alle Kameras auf Gus Hanson gerichtet sind, während dieser seinen nächsten Spielzug vorbereitet und dabei diese unmöglichen Grimassen schneidet und seinen Kopf abwägend von einer auf die andere Seite dreht. Wer bislang geglaubt hat, Hanson versuche in diesen Augenblicken tatsächlich Outs und Odds zu berechnen und sich über die Stärke seines aktuellen Gegners klar zu werden, der findet im Buch von Gus Hanson: Hand für Hand, auch darauf eine Antwort. (Es scheint tatsächlich so zu sein).

Vor allem anderen aber lädt Hanson in seinem Buch den Leser ein, mit ihm gemeinsam ein gesamtes Turniers von der ersten bis zur letzen Hand noch einmal nachzuspielen. Bei diesem Turnier handelt es sich um die Aussie Millions 2007, die in Australien ausgetragen wurden.
Die Aussie Millions dauerten 5 Tage. Hanson gliedert sein Buch danach, erweitert es dann noch um die Kapital Finaltisch, Heads Up, Statistiken und Tipps, sodass der Leser einen guten Überblick über dieses Turnier erhält.
Wie bei einer guten TV Übertragung laufen die Basisinformationen wie Blinds, Antes und Position mit dem Beginn jeder neuen Hand mit. Hanson geht ausführlich auf seine Gegner ein und erklärt auch seine Absicht, die er mit seinen moves bei den wichtigen Händen gegen unterschiedliche Spielertypen verfolgt.
Dem wohl bekanntesten dänischen Pokerspieler weltweit ist es gelungen, ein interessantes Buch vorzulegen, in dem minutiös fast jede Hand, die er dort gespielt hat, noch einmal aufgedeckt und analysiert wird.

Aber man darf sich hier auch nicht allzu viel vormachen. Hanson wird bei aller Ausführlichkeit trotzdem darauf verzichtet haben, wirklich in die Tiefe zu gehen und seine Gründe für bet, raise oder fold bis ins Letzte darzulegen. Zum einen hätte das den Rahmen des Buches gesprengt und der Lesespaß wäre auf der Strecke geblieben und zuviel will man ja auch nicht verraten, denn ein Pokerspieler ist nichts, wenn er durchschaubar wird.

Pokerspieler, die etwas lernen wollen, die vielleicht auf der Spur der Hanson-Erfolgs-Formel sind, werden wenig finden von dem, was sie suchen.
Aber alle Hanson Fans, die ihrem Idol bei kurzweiliger Lektüre näher rücken wollen, werden hier bestens bedient.

Gus Hanson hat die Aussie Millions 2007 gewonnen. Fraglich bleibt, ob dieses Buch auch so erschienen wäre, wie es jetzt vorliegt, wenn er statt des ersten den zweiten oder dritten Platz erreicht hätte.

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